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Sonntag, den 26. Februar 2012 um 20:20 Uhr

Dortmund am Sonntag gegen Hannover

BVB behält die Oberhand

Bundesliga 2011/12, 23. Spieltag
M'gladbach - HSV (Fr.) 1:1 (1:0) Statistik
Köln - Bayer 04 (Sa.) 0:2 (0:1) Statistik
Stuttgart - Freiburg 4:1 (2:1) Statistik
Mainz 05 - K'lautern 4:0 (3:0) Statistik
Wolfsburg - Hoffenheim 1:2 (0:1) Statistik
Augsburg - Hertha BSC 3:0 (0:0) Statistik
SV Werder - Nürnberg 0:1 (0:0) Statistik
FC Bayern - Schalke (So.) 2:0 (1:0) Statistik
Dortmund - Hannover 3:1 (1:0) Statistik
Tabelle - Torjäger - Scorer - 22. Spieltag

Mit einem Remis des bereits auf den zweiten Platz vorgedrungenen Traditionsclubs Borussia Mönchengladbach gegen den Hamburger SV begann die Bundesliga ihr Treiben im Rahmen des 23. Spieltages. Gleich drei Derbys fanden am Samstagnachmittag statt: Köln unterlag Leverkusen, Mainz hatte den 1. FC Kaiserslautern ebenso fest im Griff wie der VfB Stuttgart den SC Freiburg. Hoffenheim siegte zudem in Wolfsburg und Augsburg klettert nach dem deutlichen Sieg über Otto Rehhagels Berliner aus den Abstiegsrängen. Bremen musste sich im Abendspiel dem 1. FC Nürnberg geschlagen geben. Am Sonntag tritt die geballte Fußballprominenz an. Bayern München besiegte gegen Schalke 04, Meister Dortmund konnte Hannover 96 bezwingen.

Freitag: Fohlen nur 1:1 gegen den HSV

Borussia Mönchengladbach ist zum Auftakt des 23. Spieltages gegen einen guten Hamburger SV nicht über ein 1:1 hinausgekommen. Dadurch verpasste es die Mannschaft von Lucien Favre, zumindest vorübergehend nach Punkten zu Tabellenführer Borussia Dortmund aufzuschließen. Am Sonntag kann die Borussia von Bayern München oder Schalke 04 sogar noch von Platz zwei verdrängt werden. Mike Hanke sorgte fast mit dem Pausenpfiff aus Abseitsposition für die Gladbacher Führung (45.). In der 56. Minute traf Tolgay Arslan zum verdienten Ausgleich der selbstbewusst auftretenden Gäste. Vor 54.049 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Borussia-Park hatte sich Gäste-Trainer Thorsten Fink, der kurzfristig auf Mladen Petric wegen Knieproblemen verzichten musste, etwas Besonderes einfallen lassen. Der HSV agierte mit einem extremen Pressing tief in der Gladbacher Hälfte und provozierte so in der Anfangsphase zahlreiche Fehlpässe und Ballverluste des Tabellenzweiten. Die Hamburger gewannen in der Anfangsphase dadurch schnell an Sicherheit, kombinierten im Mittelfeld gefällig und kamen durch Arslan zur ersten Torchance. Doch sein Schuss bereitete Torhüter Marc-Andre ter Stegen keine Probleme (12.). Nach rund 20 Minuten hatten sich die Gastgeber auf die offensive Spielweise der Gäste besser eingestellt. Die Gladbacher Offensivspieler sorgten für mehr Unruhe beim Gegner. Zudem wurde Havard Nordtveit im defensiven Mittelfeld immer stärker und eroberte viele Bälle. Innenverteidiger Brouwers bot sich dann die erste große Chance zur Führung, doch sein Schuss nach einer Reus-Ecke rettete Diekmeier auf der Torlinie. In der 28. Minute scheiterte de Camargo freistehend an HSV-Schlussmann Jaroslav Drobny. Als alles mit einem torlosen Unentschieden zur Pause gerechnet hatte, verlängerte Hanke einen Arango-Freistoß per Kopf aus Abseitsposition zur Führung ins Tor. Alle HSV-Proteste halfen nichts, Schiedsrichter Günter Perl gab den Treffer. Trotz des unglücklichen Rückstands zeigten sich die Gäste nicht geschockt und kamen mit Schwung aus der Halbzeitpause. Arslan verfehlte mit einer Direktabnahme das Gladbacher Tor aber knapp (47.). Besser machte er es acht Minuten später, als er im Anschluss an eine Ecke aus kurzer Distanz ter Stegen keine Abwehrchance ließ. Nach dem Ausgleich war der HSV weiter die bessere Mannschaft, Gladbach hatte große Mühe, sich offensiv in Szene zu setzen. Erst in der 76. Minute prüfte Nordtveit Drobny mit einem Distanzschuss. In der Nachspielzeit köpfte dann Arango freistehend neben das Tor.

Samstag: Derby-Wahnsinn in der Liga

Gleich drei Partien fanden am Samstagnachmittag statt, die die Bezeichnung Derby verdienen. Auch die Rückkehr des einen Monat lang verletzt ausgefallenen Lukas Podolski hat die Krise des 1. FC Köln nicht gestoppt. Das 0:2 (0:1) gegen Bayer Leverkusen war die fünfte Niederlage der Mannschaft von Trainer Stale Solbakken in den sechs Spielen nach der Winterpause. Leverkusen feierte dagegen nach dem Doppelpack von Lars Bender (16./50.) den zweiten Sieg in Folge. Die vor allem in der Defensive stark ersatzgeschwächten Kölner zeigten im mit 46.500 Zuschauern nicht ausverkauften RheinEnergie-Stadion über weite Phasen der Partie eine engagierte Leistung, agierten aber letztlich glücklos. Leverkusen war insgesamt die reifere Mannschaft. Das Hinspiel in Leverkusen hatten noch die Kölner mit 4: 1 gewonnen. Podolski hatte die erste gute Chance. Der Stürmer setzte sich am Fünfmeterraum gegen Daniel Schwaab durch und schoss knapp über das Leverkusener Tor (6.). Dann nahm allerdings Bayer das Heft in die Hand. Bender prüfte nach einem zu kurz abgewehrten Eckball Kölns Schlussmann Michael Rensing mit einem Schuss aus 18 Metern, den dieser glänzend parierte. Bei der folgenden Ecke schlief allerdings die komplette Kölner Defensive. Zunächst setzte Stefan Reinartz einen Kopfball aus wenigen Metern an den Pfosten, dann legte Vedran Corluka den Abpraller per Kopf für Bender auf, der zum 0:1 ins leere Tor traf. Auf der Gegenseite setzte Milivoje Novakovic eine Direktabnahme nach Riether-Flanke deutlich neben das Tor (27.). Glück hatte Leverkusen, als Schiedsrichter Brych nach einer Attacke von Torhüter Bernd Leno im Strafraum gegen Podolski nicht auf Elfmeter entschied (33.). Köln kam mit Chong Tese für Novakovic und deutlich mehr Schwung aus der Kabine. Der Nordkoreaner Tese hatte auch gleich die erste Chance, verzog aber aus spitzem Winkel (46.). Doch es blieb bei einem kurzen Aufflackern Kölner Hoffnungen auf die Wende. Mit einem Traumpass leitete Renato Augusto das 0:2 durch Bender ein und sorgte damit früh für eine Vorentscheidung.

In Mainz erwartete man am Samstag den 1. FC Kaiserslautern zu einem weiteren Derby. Mit einer Gala-Vorstellung im Rheinland-Pfalz-Derby ist FSV ein echter Befreiungsschlag gelungen. Die Rheinhessen setzten sich gegen einen äußerst schwachen FCK hochverdient mit 4:0 (3:0) durch und rückten in der Tabelle ins Mittelfeld vor. Mohamed Zidan (2.), der seinen vierten Treffer im vierten Einsatz nach seiner Rückkehr erzielen konnte, Adam Szalai (17.), Nicolai Müller (30.) sowie Maxim Choupo-Moting (74.) waren für die Mainzer erfolgreich. Die Gäste aus der Pfalz hingegen bleiben nach einer mehr als dürftigen Leistung auch im 13. Spiel in Folge ohne Dreier und stürzten auf einen Abstiegsplatz ab. Vom Anpfiff an zeigten sich die Rheinhessen vor 34.000 Zuschauern in der ausverkauften Coface-Arena als das agressivere und entschlossenere Team. Folgerichtig ging die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel früh in Führung, als Zidan einen Querpass von Müller ins Tor befördern konnte. Die Gäste kamen nur schwer in die Partie und hatten dem Offensivdrang der Mainzer zunächst nichts entgegenzusetzen. Schon in den ersten zehn Minuten hatten die Gastgeber mehrere Möglichkeiten, die Führung auszubauen. In der 17. Minute war es dann Szalai, der den Mainzer Dauerdruck belohnte. Der Mainzer Torhüter Christian Wetklo musste nur bei einem Freistoß der Pfälzer durch Christian Tiffert (20.) eingreifen. Nach einer halben Stunde gelang Müller schließlich der dritte Treffer für die Gastgeber. Nach einer tollen Vorarbeit von Elkin Soto überwand er Kevin Trapp im FCK-Tor. Schon zu diesem Zeitpunkt war die Führung in dieser Höhe absolut verdient. Eine Minute vor dem Seitenwechsel traf Tiffert dann noch die Latte. Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs blieben die Gastgeber die spielbestimmende Mannschaft und hätten ihre Führung beinahe weiter ausgebaut, als Ariel Borysiuk einen Kopfball von Jan Kirchhoff nach einem Eckball von der Torlinie kratzte. Trotz der komfortablen Führung spielte Mainz weiter beherzt nach vorne und vergab mehrere Möglichkeiten, sich einen noch deutlicheren Derby-Sieg zu sichern. In der 74. Minute gelang zumindest Choupo-Moting der hochverdiente vierte Treffer. Der FCK enttäuschte hingegen auf ganzer Linie und konnte im zweiten Durchgang nur noch Schadensbegrenzung betreiben.

Das dritte Derby stieg in Stuttgart, wo der VfB den SC Freiburg empfing. Der VfB siegt nach zuvor lediglich einem Sieg aus den vorangegangenen neun Spielen trotz einiger bedenklicher Wackler mit 4:1 und entledigten sich ihrer Abstiegssorgen. Die Gäste hingegen bleiben Letzter in der Tabelle. Der VfB darf sich vor allem bei Martin Harnik bedanken. Der Österreicher bescherte seiner Mannschaft früh ein Polster, war fast alleinverantwortlich für die ersten beiden Treffer der Gastgeber. Das 1:0 erzielte Harnik selbst (12.), das 2:0 durch Shinji Okazaki bereitete er vor (21.). Fallou Diagné gelang der Anschlusstreffer (27.), die folgende Phase der Unsicherheit des VfB beendete schließlich Khalid Boulahrouz, der einen Kopfball von Vedad Ibisevic zum 3:1 abfälschte (63.). Harnik mit Saisontreffer Nummer 13 beseitigte letzte Zweifel. Die Freiburger dürften sich ärgern, dass sie nach ihrem Anschlusstreffer nicht mehr aus der Verunsicherung der Stuttgarter machten. Unmittelbar nach der Pause etwa rutschte Jan Rosenthal in eine Hereingabe von Cedrick Makiadi: der Ball aber landete nur am Außenpfosten. Es wäre das 2:2 gewesen in einer Phase, in der die Gastgeber alles andere als souverän wirkten. Nach ihrer schnellen Führung hatte der Treffer von Diagné die Mannschaft von Trainer Bruno Labaddia doch erkennbar beeindruckt. Beide Mannschaften hatten sehr vorsichtig begonnen, im Spiel war zunächst wenig Tempo. Stuttgart war auf Ballsicherung bedacht, spielte meist hintenrum, schlug dann lange Bälle nach vorne. Einen dieser Pässe von Gotoku Sakei bekam Harnik gut unter Kontrolle, narrte die Freiburger Abwehr und erzielte nahezu problemlos zunächst sein zwölftes Saisontor, vor dem zweiten Treffer des VfB versetzte er an der Seitenlinie Jonathan Schmid, ehe er quer durch den Strafraum auf den heranstürmenden Okazaki passte. Die Freiburger waren bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht richtig im Spiel: Hinten ließen sie sich zwei Mal überrumpeln, vorne fehlten ihnen die Ideen, um den VfB in Verlegenheit zu bringen. Es war bezeichnenderweise wieder mal eine Standardsituation, die einem Gegner der Stuttgarter half. Nach einem Eckball köpfte der aufgerückte Diagne nahezu unbedrängt ein, es war in dieser Saison schon der neunte Gegentreffer nach einem ruhenden Ball für die Schwaben. Die Stuttgarter wirkten danach verunsichert, bis zum 3:1.

Wölfe verliert gegen die TSG

Auch ein Tor des zwischenzeitlich in die zweite Mannschaft verbannten Patrick Helmes hat dem VfL Wolfsburg nicht die nächste Pleite erspart. Das Team von Trainer Felix Magath verlor 1:2 gegen 1899 Hoffenheim. Ex-Nationalspieler Helmes, der erstmals seit fünf Monaten in der Startelf stand, gelang per Foulelfmeter zwar der zwischenzeitliche 1:1-Ausgleich (69.). Doch Sven Schipplock sicherte den Gästen den ersten Sieg unter ihrem neuen Coach Markus Babbel (84.). Die "Wölfe" betrieben eine Woche nach der deutlichen 0:4-Pleite bei Schalke 04 vor eigenem Publikum keine Wiedergutmachung. Babbel durfte sich dagegen nach zwei Unentschieden über den ersten Erfolg unter seiner Ägide freuen. Firmino hatte die Hoffenheimer bereits in der zweiten Minute in Führung gebracht. Die 250. Bundesligapartie der Wolfsburger begann denkbar schlecht. Nach einer ersten Chance durch den ehemaligen VfL-Akteur Srdjan Lakic verwertete Firmino bereits nach 86 Sekunden einen Abpraller zur Gästeführung. Torhüter Diego Benaglio hatte einen Schuss von Vukcevic nur vor die Füße des Brasilianers abwehren können. Die Gastgeber wirkten durch den frühen Gegentreffer deutlich verunsichert und ließen Präzision und Kreativität im Angriffspiel vermissen. Die Hoffenheimer standen dagegen kompakt und machten den Raum geschickt eng. Immer wieder versuchten sie, schnell zu kontern. In der 18. Minute verstolperte Firmino aus drei Metern völlig frei das 2:0. Der VfL versuchte ohne Erfolg ein konstruktives Angriffsspiel aufzuziehen, die Gäste verpassten es, ihrerseits die Entscheidung zu erzielen. Helmes erzielte per Elfmeter den Ausgleich, nachdem Andreas Beck Marcel Schäfer im Strafraum zu Fall gebracht hatte.

König Otto: Willkommen im Abstiegskampf!

Ein Doppelpack von Torsten Oehrl hat Otto Rehhagel das Trainercomeback in der Bundesliga verdorben. "König Otto" verlor mit Hertha BSC beim FC Augsburg mit 0:3 (0:0). Nach einem nur phasenweise spielerisch verbesserten Auftritt rutscht die "Alte Dame" immer tiefer in den Abstiegssumpf und steht nun sogar hinter dem Mit-Aufsteiger. Hertha kassierte die siebte Niederlage in Folge, während der FCA mit seinem ersten Sieg in der Rückrunde die Abstiegsränge verließ. Oehrl sorgte binnen zwei Minuten für den dritten Heimerfolg der Schwaben. In der 61. Minute verwandelte er ein Zuspiel von Koo aus fünf Metern zum 1:0, in der 63. Minute ließ Oehrl Hertha-Torhüter Thomas Kraft mit einem präzisen Flachschuss keine Abwehrchance. Das 3:0 erzielte Marcel Ndjeng (90.+2). Hertha hatte zunächst schwungvoll und ohne Scheu nach vorne gespielt. Die Berliner hatten 25 Minuten lang klare Vorteile, agierten gefällig und präsentieren sich aggressiv in den Zweikämpfen. Danach wurde Augsburg stärker und drückte die Hauptstädter vermehrt in die Defensive. In der 10. Minute wären die nun seit zwölf Ligaspielen sieglosen Berliner beinahe früh in Führung gegangen. Der Brasilianer Raffael kam frei im Strafraum zum Abschluss, überwand auch FCA-Torhüter Simon Jentzsch, doch Paul Verhaegh klärte für den Aufsteiger auf der Linie. Die Hauptstädter beschränkten sich nach der Pause keineswegs auf die Defensive. Augsburg hatte kaum Möglichkeiten und kam eher zufällig durch Neuzugang Koo zur ersten Chance (25.). Levan Kobiashvili hatte den Ball vertändelt, Koo aber scheiterte an Torhüter Kraft. Kurz darauf köpfte Oehrl für die nun aufkommende Elf von Jos Luhukay freistehend neben das Tor (26.). Bis zur Halbzeit fand Hertha die spielerische Linie nicht wieder. Und auch danach hatte die Rehhagel-Elf dem unter Siegzwang stehenden FCA wenig entgegenzusetzen, der immer druckvoller und zielstrebiger agierte. 

Abendspiel im Weserstadion: Esswein trifft

Werder Bremen hat im Kampf um die Europa-League-Qualifikation einen herben Rückschlag erlitten. Gegen einen kampfstarken und defensiv glänzend organisierten 1. FC Nürnberg kassierten die Hanseaten eine nicht einkakulierte 0:1-Niederlage und konnten sich vom sechsten Tabellenplatz nicht weiter nach vorne schieben. Die Gäste hingegen verbesserten sich vom 13. auf den zehnten Rang. Vor 40.204 Zuschauern erzielte Alexander Esswein in der 65. Minute den Treffer des Tages. Der Mittelfeldspieler entzog sich geschickt gleich zwei Bremer Abwehrspielern und war mit einem Flachschuss aus kurzer Distanz ins rechte Eck nach Vorarbeit von Jens Hegeler erfolgreich. Über weite Strecken der Begegnung dominierten die Platzherren zwar zumeist das Geschehen, bissen sich aber an der gut gestaffelten Defensive der Franken die Zähne aus. Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking stand sehr tief, dennoch geriet das Tor der Nürnberger nicht sehr oft in Gefahr. Die beste Einschussmöglichkeit hatte vor dem Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Zwayer Tom Trybull, der in der siebten Minute aus 18 Metern Entfernung knapp über die Querlatte schoss. Fünf Minuten später gelang den Gästen eine erste gute offensive Aktion, die Esswein mit einem nicht ungefährlichen Schuss aus spitzem Winkel abschloss. Jens Hegeler verfehlte in der 29. Minute mit einem Flachschuss das Werder-Gehäuse. Doch die Feldvorteile lagen auch in der Folgezeit bei den Norddeutschen, ihnen fehlte jedoch beim finalen Pass in den meisten Fällen die Präzision. Plötzlich hatte dann der FCN die Riesenchance zum 0:1: Tomas Pekhart zwang Torwart Tim Wiese mit einem Kopfball zu einer spektakulären Parade (38.). Kurz darauf hätte der Peruaner Claudio Pizarro (43.) beinahe für Werder seinen 16. Saisontreffer erzielt. Nach dem Seitenwechsel versuchten die Norddeutschen vergeblich, den Führungstreffer zu erzwingen. In der 47. Minute wehrte Torwart Raphael Schäfer einen Distanzschuss von Marko Marin zur Ecke ab, 120 Sekunden später traf Pizarro den linken Außenpfosten. Mehr als eine weitere gute Einschussmöglichkeit für Marin (62.) sprang zunächst nicht heraus. In der Nachspielzeit drückte Werder noch vehement auf den Ausgleich, Adam Hlousek rettete auf der Linie gegen Pizarro. Fast schon mit dem Abpfiff prüfte zudem FCN-Profi Markus Feulner den eigenen Torhüter mit einem Kopfball.

Sonntag: Ribéry entscheidet Verfolgerduell im Alleingang

Dank eines überragenden Franck Ribéry hat Bayern München die sportliche Talfahrt beendet. Der Rekordmeister präsentierte sich nach den jüngsten Rückschlägen stark verbessert und gewann durch zwei Tore des Franzosen gegen Verfolger Schalke 04 hochverdient mit 2:0 (1:0). Die Führung erzielte Ribéry in der 36. Minute. Mit dem Treffer zum 2:0 in der 55. Minute krönte er seine Weltklasse-Leistung. Durch den Sieg verbesserten sich die Bayern wieder auf Platz 2. Schalke verliert dagegen die Spitze zusehends aus den Augen. Nach dem 0:0 beim Schlusslicht Freiburg und der Pleite im Achtelfinal-Hinspiel in Basel agierten die Bayern vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena deutlich aggressiver und spielstärker. Einziges Manko der Bayern: Sie ließen mehrere hochkarätige Chancen aus. Die Hausherren begannen mit viel Schwung. Zunächst wehrte Schalkes Timo Hildebrand jedoch Schüsse von Müller und Robben glänzend ab. Auch gegen Holger Badstuber sowie erneut Müller und Robben war er auf dem Posten. Die einzige nenneswerte Chance der Gäste vor der Pause vereitelte der Ex-Schalker Manuel Neuer, der einen Kopfball von Christoph Metzelder parierte. Fast im Gegenzug erkämpfte Luiz Gustavo gegen Marco Höger den Ball, passte auf Ribéry. Der Franzose überlupfte den herausstürmenden Hildebrand und schob locker zum 1:0 ein. Nach dem Wechsel erwischten die Bayern erneut den besseren Start, als ein Kopfball von Badstuber an die Latte des Schalker Tores krachte. Nur wenige Sekunden später hatten die Gastgeber jedoch Glück, dass Joel Matip freistehend vor Neuer den Ball am Tor vorbeischob. Dies sollte sich rächen. Nachdem Torjäger Mario Gomez und Robben das 2:0 verpasst hatten, war es erneut Ribéry nach Doppelpass mit Müller, der Hildebrand mit einem leicht abgefälschten Schuss überwand. Danach spielten die Bayern den fünften Heimerfolg in Serie locker nach Hause. Hildebrand verhinderte kurz vor Schluss mit einer weiteren Glanzparade gegen Robben das 0:3 (89.).

BVB bleibt mit Vorsprung vorne

Dank der Saisontore Nummer 15 und 16 des polnischen Nationalspielers Robert Lewandowski beim 3:1 (1:0) gegen Hannover 96 blieb der deutsche Meister und aktuelle Tabellenführer Borussia Dortmund auch im 17. Spiel in Folge unbesiegt und stellte mit dem siebten Dreier nacheinander den Vereinsrekord ein. Für die Niedersachsen, gegen die das Team von Trainer Jürgen Klopp im Herbst zum letzten Mal verloren hatte (1:2), endete hingegen trotz des Treffers von Didier Ya Konan (60.) eine Serie von neun Begegnungen ohne Niederlage. Lewandowski hatte in der 27. und 54. Minute getroffen. Für die Entscheidung sorgte der eingewechselte Ivan Perisic (90.+2). Allerdings müssen die Borussen den Sieg möglicherweise teuer bezahlen, denn Nationalspieler Sven Bender war bei einem Zweikampf mit Hannovers Mame Diouf (6.) mit dem Fuß am Kopf getroffen worden und musste mit Verdacht auf Nasenbeinbruch ausgewechselt werden. Hannover versuchte vor 80.720 Zuschauern im ausverkauften Signal-Iduna-Park von Beginn an, die Partie offen zu gestalten und die Borussen schon beim Spielaufbau frühzeitig zu stören. Das gelang jedoch nur etwa zehn Minuten lang. Die Westfalen fanden ihren Rhythmus und kamen durch Lewandowski zur ersten großen Chance (15.). Doch der Pole verfehlte einen Querpass von Kevin Großkreutz im Torraum knapp. Die Niedersachsen kamen zunächst nur zu sporadischen Angriffen. Der BVB agierte zielstrebiger wie zum Beispiel Lewandowski, der unaufhaltsam in den 96-Strafraum eindrang und Torhüter Ron-Robert Ziegler mit einem wuchtigen Schuss aus 14 Metern keine Chance ließ. Kurz vor der Pause traf er zudem den Pfosten (39.). Auch nach dem Wechsel spielte zunächst nur eine Mannschaft: die heimische Borussia. Die Gäste hatten einige brisante Situationen zu überstehen, ehe Lewandowski nach einer Vorlage seines Landsmanns Jakub Blaszczykowski zum 2:0 traf. Die Niedersachsen tauchten kaum einmal im Dortmunder Strafraum auf. So bedurfte es bezeichnenderweise eines Sonntagsschusses des eingewechselten Ya Konan aus rund 25 Metern zum Anschlusstreffer. Als die Hannoveraner ihrer Chance auf einen Punktgewinn witterten und auf den Ausgleich drängten, ergaben sich für den BVB weitere Chancen durch Konter. Allerdings gingen die Gastgeber damit sehr fahrlässig um.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 27. Februar 2012 um 20:52 Uhr
 

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