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Samstag, den 12. November 2011 um 10:57 Uhr

Tschechen und Iren fast durch

Portugal reicht ein knapper Sieg

Die Play-off-Hinspiele zur Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine haben bereits Vorentscheidungen gebracht. So überrannte Kroatien eine indisponierte türkische Elf mit 3:0 und scheint bereits vor dem Heimspiel einen uneinholbaren Vorsprung zu besitzen. Ebenfalls scheinbar sicher bei der Endrunde dabei wähnen darf sich Giovanni Trapattonis irische Nationalelf nach dem 4:0-Sieg in Estland. Montenegros Chancen nach einem 0:2 in Tschechien sind gering, Bosnien-Herzegowina kam gegen Portugal zu einem 0:0.

Rosicky trumpft als Regisseur auf

Tschechiens Kapitän Tomas Rosicky führte sein Team mit einer starken Leistung zu einem 2:0-Erfolg gegen Montenegro und damit einen großen Schritt in Richtung EM 2012. Im winterlichen Prag schlug der Mittelfeldspieler des FC Arsenal in der 63. Minute einen herrlichen Pass auf Vaclav Pilar, der mit wunderbarem Fernschuss sein erstes Länderspieltor erzielte. Tomas Sivok köpfte dann in der Nachspielzeit einen Freistoß von Rosicky zum glücklichen 2:0-Endstand ins Netz. Gäste-Torjäger Mirko Vucinic hatte die erste Chance für die starken Gäste, aber er jagte eine Rechtsflanke von Savo Pavicevic aus vollem Lauf über die Querlatte. Während die Montenegriner weiterhin auf Konter lauerten, hatten die Tschechen zwar mehr Ballbesitz, konnten sich aber kaum eine Chance herausspielen. Nach der Pause legte Montenegro einen Zahn zu und erspielte sich nun auch gute Möglichkeiten. Tschechiens Trainer Michal Bílek konnte sich bei Torhüter Petr Cech bedanken, dass es beim 0:0 blieb. Der Keeper rettete mit einer sensationellen Parade gegen Simon Vukcevic und verhinderte die nicht unverdiente Führung der Gäste. Mitte der zweiten Hälfte war es Rosicky, der der Partie den entscheidenden Trend verpasste. Er steckte auf dem linken Flügel zu Pilar durch, der Mann vom Meister Viktoria Pilsen lief ein paar Meter und jagte das Leder dann mit Vehemenz zum 1:0 ins rechte Toreck. Unmittelbar vor dem Schlusspfiff, in der dritten Minute der Nachspielzeit, köpfte dann Sivok völlig freistehend einen Freistoß von Rosicky vom linken Flügel zum 2:0 ins Netz, Torhüter Mladen Bozovic war chancenlos. Das Rückspiel findet am Dienstag in Podgorica statt.

Iren behalten gegen neun Esten die Oberhand

Die irische Nationalmannschaft kann nach einem deutlichen 4:0-Erfolg in Tallinn gegen Estland die EM-Teilnahme 2012 fest einplanen. Nach Toren von Keith Andrews, Jon Walters und einem Doppelpack von Robbie Keane im Hinspiel der Play-offs dürfte im Rückspiel in der kommenden Woche nichts mehr schiefgehen für das Team von Trainerlegende Giovanni Trapattoni.

Andrews köpfte die Gäste schon früh in Führung, und nachdem Andrei Stepanov auf Seiten Estlands kurz vor dem Ende der ersten Hälfte vom Platz gestellt wurde, nahm das Spiel seinen Lauf. Walters mit einem Kopfballtreffer und Keane mit einem Doppelpack, entschieden das Spiel dann endgültig. Nachdem dann auch noch Enver Jääger frühzeitig zum Duschen gehen musste, ging es für Estland nur noch im Schadensbegrenzung. Nach Aiden McGeadys Flanke von der linken Seite, war Keith Andrews mit dem Kopf zur Stelle, und versenkte den Ball vorbei an Sergei Pareiko im Tor. Die Gastgeber schienen den Rückstand zunächst gut zu verkraften und hätten in Person von Dmitri Kruglov durchaus den Ausgleich erzielen können, doch sein Schussversuch war zu harmlos. In der Folge prüfte Vassiljev Gästetorhüter Shay Given, doch ein Treffer sollte nicht fallen. Wenige Minuten später kam es für das Team von Tarmo Rüütli dann noch dicker, und Innenverteidiger Stepanov wurde nach einem Foul an Robbie Keane in der 34. Minute mit Gelb-Rot vom Platz gestellt.

Vassiljevs Freistoß zehn Minuten nach Wiederanpfiff blieb zunächst in der irischen Mauer hängen, ehe Walters auf der anderen Seite nach 67 Minuten unbedrängt zum 2:0 einköpfte. Nachdem Pareiko einen Schussversuch von McGeady nicht festhalten konnte, reagierte Robbie Keane am schnellsten und legte den Ball mustergültig auf. Keane war vier Minuten später dann auch selbst zur Stelle, nachdem Pareiko einen Freistoß von McGeady nach vorne abprallen ließ. Mit Enver Jääger wurde dann auch noch Estlands zweiter Innenverteidiger mit Gelb-Rot vom Platz gestellt, ehe Keane nach 88 Minuten einen Elfmeter zum Endstand verwandelte, nachdem Stephen Hunt zuvor von Ats Purje gefoult worden war.

Portugal mit torlosem Remis

Bosnien-Herzegowina und Portugal trennten sich im Top-Spiel der Play-offs vor ausverkauftem Haus in Zenica torlos 0:0. Nachdem die erste Hälfte noch dem Team von Paulo Bento gehörte, spielten die Gastgeber in der zweiten Hälfte stark auf und dürfen sich vor der Reise ins Estádio da Luz in Lissabon am Dienstag weiterhin berechtigte Hoffnungen auf ihre erste Endrundenteilnahme bei einem großen Turnier machen. Raul Meireles hatte nach einem Zuspiel von Helder Postiga nach neun Minuten die erste Chance, doch Keeper Asmir Begovic konnte den Schussversuch des Mittelfeldspielers mit einer Parade entschärfen. Portugal nahm in der Folge die Zügel in die Hand, Postiga und Cristiano Ronaldo scheiterten jedoch. Kapitän Emir Spahic, einzig verbliebener etatmäßiger Verteidiger, der Safet Susic zur Verfügung stand, hielt die Hintermannschaft zusammen und leitete zudem einige Kontersituationen ein. Nach 32 Minuten ging dann ein großer Aufschrei durch das Stadion, Senad Lulic testete Rui Patricio im Tor der Gäste.

Die Gastgeber wurden von den eigenen Fans zu Beginn der zweiten Halbzeit immer wieder nach vorne gepeitscht, wären aber nach 51 Minuten beinahe in Rückstand geraten, doch Ronaldo schoss den Ball nach schönem Zuspiel von Nani am Tor vorbei. Das Team von Susic stand in der Folge besser, doch Portugal erspielte sich die Chancen. Postiga stand nach einem Freistoß von Joao Moutinho goldrichtig, doch auch er brachte den Ball nicht im Tor unter. Und auch Ronaldo scheiterte nach einer schönen Einzelaktion, als er drei Gegenspieler stehen ließ, an Torhüter Begovic. Die Gastgeber reagierten und brachten mit Vedad Ibisevic und Darko Maletic zwei frische Kräfte. Zehn Minuten vor dem Ende setzte Misimovic den Stürmer der TSG Hoffenheim erneut schön in Szene, aber Ibisevic setzte den hoppelnden Ball knapp über den Querbalken. So gehen beide Teams mit hohen Erwartungen ins Rückspiel am Dienstag.

Kroatien beherrscht Türken

Kroatien steht nach einem deutlichen Sieg in der Türkei mit eineinhalb Beinen in der Endrunde der EM 2012. 50.000 Zuschauer in Istanbul verfielen in eine Schockstarre, als die Gäste nach 45 Minuten durch die Tore von Ivica Olic und Mario Mandzukic bereits mit 2:0 in Front lagen. Kurz nach der Pause machte Vedran Corluka per Kopf alles klar. Die Türken müssen jetzt am Dienstag in Zagreb auf ein größeres Wunder als im Jahre 2008 hoffen, als sie sich im EM-Viertelfinale gegen Kroatien in der letzten Minute der Verlängerung ins Elfmeterschießen retten und dieses dann für sich entscheiden konnten. Es waren gerade mal zwei Minuten gespielt, da hatten die Gäste auch schon ein Tor erzielt. Ein schnell ausgeführter Freistoß sorgte für große Verwirrung in der türkischen Abwehr, Corluka tankte sich bis zur Grundlinie durch und passte in die Mitte, wo Bayern-Stürmer Olic Torhüter Volkan Demirel aus kurzer Distanz überwinden konnte.

Von da an agierten die Kroaten wie aufgedreht, sie hatten zwar nicht viele Chancen, aber jedes Mal wenn sie konterten, wurde es eng für die türkische Abwehr. Nach 32 Minuten erhöhten die Gäste auf 2:0, als die Hausherren den Ball nicht wegbekamen und Wolfsburgs Torjäger Mandzukic eine Flanke des starken Kapitäns Darijo Srna einköpfen konnte. Von den Gastgebern war in der Offensive weiterhin nichts zu sehen, vielmehr hatte Olic kurz vor der Pause die Chance auf Treffer Nummer drei, aber der schwache Demirel konnte parieren.

Kurz nach der Pause gab es auf der rechten Seite einen Freistoß für die Gäste: Srna flankte in der 51. Minute an den kurzen Pfosten, wo Corluka unbedrängt das 3:0 köpfen durfte. Es spielte nur noch eine Mannschaft und das waren die Kroaten: Josip Simunic scheiterte nach einem weiteren Srna-Freistoß an Demirel, ehe Luka Modric knapp am Tor vorbeischoss. Es blieb schlussendlich beim hochverdienten 3:0 für die Kroaten, die dicht vor ihrer vierten EM-Endrunde stehen. Die Türken, die einmal mehr planlos agierten, mussten sich von den eigenen Fans Schmährufe und gellende Pfiffe anhören. 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 08. Dezember 2011 um 21:29 Uhr
 

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